Direkt zum Inhalt
Anwalts-ATLAS.de
Anwalts-ATLAS.de
Unfall & Schadensregulierung

Schritt für Schritt zur erfolgreichen Regulierung Auslandsunfall im Verkehrsrecht

Verkehrsunfall im Ausland mit Europäischem Unfallbericht zur Schadenregulierung
Schritt für Schritt zur erfolgreichen Regulierung Ihres Auslandsunfalls im Verkehr

⏱ 15 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

  • Regulierung im Ausland unterscheidet sich vom Inland deutlich.
  • Europäisches Unfallrecht beeinflusst Schadenersatzansprüche.
  • Grüne Karte ist wichtig für Nachweis des Versicherungsschutzes.
  • Schnelle und korrekte Dokumentation erleichtert Schadensabwicklung.

✓ Redaktionell geprüft und freigegeben.

Unfall im Ausland wirft oft zahlreiche Fragen auf, insbesondere hinsichtlich der Regulierung Auslandsunfall und der korrekten Schadensabwicklung nach ausländischem Verkehrsrecht. Anders als im Inland unterliegt die Schadensregulierung im Ausland häufig speziellen Vorschriften, auf deren Kenntnis es ankommt, um die Ansprüche rechtssicher und zügig durchzusetzen. Dabei ist es entscheidend, die jeweiligen Vorgaben des Unfalllandes sowie die eigene Haftpflicht- und Kaskoversicherung zu kennen und von Anfang an korrekt zu handeln.

Das Vorgehen bei einem Auslandsunfall unterscheidet sich deutlich von der Regulierung im Inland. Es gilt unter anderem, den Europäischen Unfallbericht richtig auszufüllen, zuständige Regulierungsstellen zu ermitteln und wichtige Fristen einzuhalten, die je nach Land variieren können. Die erfolgreiche Regulierung Auslandsunfall erfordert daher nicht nur ein strukturiertes Vorgehen, sondern auch fundiertes Wissen über grenzüberschreitende rechtliche Rahmenbedingungen und Versicherungsleistungen.

Wer die einzelnen Schritte kennt und systematisch abarbeitet, vermeidet unnötigen Zeitverlust und mögliche Nachteile bei der Schadensdurchsetzung. Vor allem bei Verkehrsunfällen im europäischen Ausland ist eine schnelle Klärung der Ansprüche durch den Zentralruf der Autoversicherer sowie die genaue Dokumentation vor Ort von großer Bedeutung. Ein sorgfältig geplanter Ablauf erleichtert so den gesamten Regulierungsvorgang und schützt Betroffene vor langwierigen Unklarheiten und finanziellen Belastungen.

Was ist das wichtigste, das ich bei der Regulierung eines Auslandsunfalls beachten muss?

Bei der Regulierung eines Auslandsunfalls ist entscheidend, welches Recht angewendet wird und wie die Versicherung im Unfallland und in Deutschland zusammenwirken. Außerdem sind schnelles Handeln und korrekte Dokumentation für eine reibungslose Schadenregulierung unerlässlich.

Unterschiedliche Rechtslagen: Deutsches Recht oder Unfallland-Recht?

Grundsätzlich richtet sich die Regulierung eines Auslandsunfalls entweder nach deutschem Recht oder nach den Vorschriften des Unfalllandes. Innerhalb der EU kommt häufig das Recht des Landes zur Anwendung, in dem der Unfall passiert ist, was die Schadenersatzansprüche und das Verfahren erheblich beeinflusst. Bei Verkehrsunfällen mit Beteiligung von EU-Staaten sorgt die Kraftfahrzeughaftpflicht-Richtlinie dafür, dass die Regulierung möglichst vertraut und transparent für den Geschädigten abläuft. Im Falle von nicht EU-Mitgliedsstaaten oder komplizierten internationalen Sachverhalten kann das jeweilige nationale Recht stark von deutschem Recht abweichen, etwa bei Haftungsfragen oder Verjährungsfristen. Diese unterschiedliche Rechtslage erfordert eine genaue Prüfung, da sonst schnell Fehler entstehen, etwa bei der Berechnung von Schmerzensgeld oder der Anrechnung von Eigenverschulden. Autounfall im Ausland bedeutet also, sich sofort über die relevanten Rechtsnormen zu informieren, um Ansprüche korrekt geltend zu machen.

Bedeutung der internationalen Versicherungskennzeichen (z.B. grüne Karte)

Die sogenannte „grüne Karte“ ist ein international anerkanntes Nachweisdokument, das den Versicherungsschutz im Ausland bestätigt. Sie erleichtert die Schadenregulierung, da sie der Polizei und der Gegenseite Nachweis über die Haftpflichtversicherung erbringt. Die grüne Karte sollte bereits vor Reiseantritt bei der eigenen Kfz-Versicherung bestellt und mitgeführt werden, da sie in manchen Ländern Pflicht ist. Ohne dieses Dokument kann sich die Abwicklung erheblich verzögern, da erst die Versicherungszuständigkeiten geklärt werden müssen. Für Versicherte gilt: Auch wenn in manchen EU-Ländern die grüne Karte nicht mehr vorgeschrieben ist, ist sie weiterhin nützlich, vor allem bei grenzüberschreitenden Unfällen mit Drittländern außerhalb der EU.

Erste Schritte direkt nach dem Unfall – Handlungspflichten und Dokumentation

Direkt nach einem Unfall im Ausland sind einige Handlungspflichten zwingend einzuhalten. Zunächst ist die Unfallstelle abzusichern und gegebenenfalls Hilfe zu rufen, etwa Rettungsdienst oder Polizei. Viele Länder fordern eine offizielle Unfallaufnahme durch die Polizei, andernfalls kann die spätere Beweissicherung schwierig sein. Wichtig ist auch, den Europäischen Unfallbericht auszufüllen, der in mehreren Sprachen erhältlich ist und als verbindliches Dokument für die Schadenregulierung anerkannt wird. Unbedingt sollten Fotos von der Unfallstelle, den Fahrzeugschäden und eventuellen Verkehrsschildern gemacht werden. Namen, Adressen, Versicherungsdaten und Kennzeichen der Unfallgegner sowie von Zeugen sollten sorgfältig dokumentiert werden. Fehler und Verzögerungen in dieser Phase führen häufig zu Problemen bei der späteren Regulierung. Daher ist eine ruhige und systematische Vorgehensweise entscheidend, um Schadensersatzansprüche sichern zu können.

Tipp: Bewahren Sie alle Belege und den Unfallbericht sorgfältig auf und melden Sie den Schaden umgehend Ihrer deutschen Haftpflichtversicherung, damit diese den Kontakt zur ausländischen Versicherung herstellen kann und die Schadenregulierung zügig beginnt.

Wie melde ich einen Unfall im Ausland richtig und an wen?

Ein Unfall im Ausland muss unverzüglich der eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung gemeldet werden, meist auch der optionalen Auslandskrankenversicherung. Zusätzlich spielt der Zentralruf der deutschen Autoversicherer eine zentrale Rolle bei der schnellen Klärung der Zuständigkeit und der weiteren Regulierungsschritte.

Zuständigkeit des Zentralrufs der deutschen Autoversicherer – wann und wie nutzen?

Der Zentralruf der deutschen Autoversicherer ist eine kostenfreie Hotline (0800 25 02 600), die bei Auslandsschäden unverzüglich kontaktiert werden sollte. Er hilft, den zuständigen Versicherer des Unfallgegners schnell zu ermitteln, was die Schadenregulierung ausländischer Unfälle wesentlich beschleunigt. Dies ist besonders wichtig, wenn die Beteiligten sich nicht einig sind oder Sprachbarrieren vorliegen. In der Praxis empfiehlt sich der Anruf direkt nach dem Unfall oder spätestens bei Schadensmeldung, um eine effiziente Abwicklung sicherzustellen.

Meldung bei der eigenen Kfz-Haftpflicht- und optionalen Auslandskrankenversicherung

Die Meldung des Unfalls sollte unverzüglich an die eigene Kfz-Haftpflichtversicherung erfolgen, da diese meist die Schadensregulierung im Ausland übernimmt. Wichtig ist, die exakten Unfallumstände mit allen relevanten Daten wie Ort, Zeit, beteiligte Fahrzeuge und Unfallhergang zu übermitteln. Falls Personen verletzt wurden, ist ebenfalls die Auslandskrankenversicherung oder Unfallversicherung einzuschalten, um medizinische Kosten abzudecken. Ein häufiger Fehler ist das Zögern mit der Meldung, was Verfahren deutlich verzögern kann. Einige Versicherer bieten inzwischen digitale Meldeformulare an, die den Prozess vereinfachen und Wartezeiten reduzieren.

Wichtige Dokumente: Europäischer Unfallbericht und weitere Beweismittel

Der Europäische Unfallbericht ist essenziell für die Regulierung Auslandsunfall, da er ein standardisiertes Formular darstellt, das internationale Anforderungen berücksichtigt. Er sollte direkt am Unfallort sorgfältig ausgefüllt und von allen Beteiligten unterschrieben werden, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden. Zusätzlich sind Fotos von der Unfallstelle, Fahrzeugschäden und eventuellen Verletzungen sowie Zeugenangaben wichtige Beweismittel und sollten ebenfalls gesammelt werden. Empfehlenswert ist auch, eine Kopie des Fahrzeugscheins und der grünen Karte mitzuführen, da diese bei Grenzübertritt Versicherungsnachweis und Fahrzeugdaten bereitstellen.

Achtung: In manchen Ländern kann das eigenständige Haftungsgeständnis vor Ort negative Folgen haben. Daher ist bei unsicherer Rechtslage Vorsicht geboten und ggf. Rücksprache mit der Versicherung oder einem Fachanwalt für Verkehrsrecht zu halten.

Welche Besonderheiten gelten für die Schadenregulierung bei Auslandsunfällen?

Die Regulierung eines Auslandsunfalls unterscheidet sich maßgeblich von der Vorgehensweise in Deutschland, insbesondere hinsichtlich Fristen, Haftungsprüfungen und Schadenshöhe. Unterschiedliche Rechtssysteme und bürokratische Abläufe können die Schadenregulierung im Ausland komplexer machen und erfordern eine sorgfältige Dokumentation und zeitnahe Meldung.

Ablauf der Schadensmeldung und Fristen im Ausland vs. Deutschland

Im Ausland gelten oft andere Meldefristen als die in Deutschland üblichen zwei Wochen. Je nach Land kann die Frist für die Schadensmeldung bei der Versicherung nur wenige Tage betragen, was bei verspäteter Meldung zu Leistungskürzungen oder vollständiger Ablehnung führen kann. Außerdem unterscheiden sich die Formvorschriften: Während in Deutschland meist formlos eine Schadensmeldung genügt, sind im europäischen Ausland oftmals zusätzlich spezifische Formulare, wie der Europäische Unfallbericht, vorgeschrieben. Auch die Meldewege können variieren, z.B. ist in einigen Ländern die Polizei sofort einzuschalten, um einen Unfallbericht zu erhalten, der für die Regulierung zwingend benötigt wird. Der Ablauf wird zusätzlich durch Sprachbarrieren und unterschiedliche Ansprechpartner erschwert, sodass viele Versicherte den Zentralruf der Deutschen Autoversicherer nutzen, um den zuständigen Regulierer zu ermitteln.

Unterschiede in der Haftungsprüfung und Schadenhöhe je nach Land

Die Haftungsprüfung bei Auslandsunfällen folgt nicht immer den gleichen Regeln wie in Deutschland. Länder innerhalb der EU orientieren sich zwar meist an ähnlichen Haftpflichtgesetzen, außerhalb Europas können die Regelungen stark abweichen und zum Beispiel höhere Eigenbeteiligungen oder strengere Beweislastregelungen vorsehen. Die Schadenhöhe wird ebenfalls unterschiedlich bewertet, da zum Beispiel Reparaturkosten, Ansprüche für Schmerzensgeld oder Verdienstausfall regional stark variieren. Versicherungen wenden daher häufig einen Wechselkurs zum Unfallzeitpunkt an und berücksichtigen unterschiedliche Gutachterstandards. Zudem sollten Geschädigte beachten, dass nicht alle Auslandsversicherungen die vollständige Regulierung garantieren, insbesondere wenn der Unfall außerhalb der EU stattfand und die Grüne Karte nicht gültig ist.

Typische Fehler bei der Regulierung und wie man sie vermeidet

Ein häufiger Fehler ist die verspätete Meldung des Unfalls, die besonders im Ausland fast immer zu erheblichen Nachteilen führt. Ebenso unterschätzen viele Geschädigte die Bedeutung eines lückenlosen Beweismaterials, wie Fotos vom Unfallort, Zeugenangaben und offiziellen Berichten, die später die Haftungsfrage klären helfen. Ein weiterer Fehler liegt im mangelnden Verständnis für die unterschiedlichen Rechtslagen, was zu falschen Erwartungen bei der Schadenhöhe oder der Durchsetzbarkeit von Ansprüchen führen kann. Tipp: Dokumentieren Sie sofort alle relevanten Details und informieren Sie Ihre Versicherung unverzüglich, idealerweise noch am Unfallort. Nutzen Sie außerdem den Europäischen Unfallbericht, um den Ablauf standardisiert zu gestalten. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich frühzeitig juristischer Rat, um rechtzeitig auf länderspezifische Besonderheiten wie Fristen oder Beweisanforderungen reagieren zu können.

Wie finde ich die richtige Unterstützung bei der Regulierung von Unfällen im Ausland?

Die richtige Unterstützung bei der Regulierung von Unfällen im Ausland findet man durch gezielten Einsatz von Regulierungsbeauftragten und spezialisierten Anwälten, abgestimmt auf das jeweilige Unfallland und die involvierten Versicherungspartner. Dies ermöglicht eine effiziente Schadenabwicklung und vermeidet typische Fehler.

Nutzen von Regulierungsbeauftragten und Rechtsanwälten mit Auslandsfokus

Regulierungsbeauftragte fungieren als direkte Ansprechpartner im Land des Unfalls und kennen die dort geltenden Vorschriften und Abläufe. Sie helfen insbesondere bei der richtigen Dokumentation und Kommunikation mit Behörden und Versicherern vor Ort. Ergänzend unterstützen Rechtsanwälte mit Auslandsfokus bei komplexen Fällen, vor allem wenn Streitigkeiten drohen oder ausländisches Recht involviert ist. In vielen europäischen Ländern ist es beispielsweise ratsam, einen Anwalt einzuschalten, der mit dem lokalen Verkehrsunfallrecht vertraut ist und Erfahrung mit der Schadenregulierung in Europa besitzt, um Verzögerungen und Rechtsnachteile zu vermeiden.

Rolle der deutschen Versicherer bei ausländischen Schadensfällen

Deutsche Versicherer bieten häufig Unterstützung bei der Regulierung von Auslandsunfällen, insbesondere durch die Nutzung des Europäischen Unfallberichts und die Weiterleitung der Schadensmeldungen an die im Ausland zuständigen Versicherungen. Sie sind in der Regel die erste Anlaufstelle und koordinieren oft die Kontaktaufnahme zu Regulierungsstellen im Ausland. Bei einem Unfall im Ausland kann die „Grüne Karte“ eine wichtige Rolle spielen, da sie den Versicherungsschutz im jeweiligen Land dokumentiert und den Ablauf der Schadenregulierung erleichtert. Versicherer raten, Unfälle unverzüglich zu melden und alle relevanten Belege und Berichte vollständig einzureichen, um eine zügige Bearbeitung gewährleisten zu können.

Checkliste: Was kann ich selbst regeln und wann sollte ich Experten hinzuziehen?

Grundsätzlich sollten Sie kleinere Formalitäten wie die direkte Meldung des Unfalls bei Ihrer deutschen Versicherung und die Sammlung aller relevanten Dokumente selbst übernehmen. Die eigenständige Anfertigung eines Europäischen Unfallberichts erleichtert die spätere Regulierung. Experten sollten Sie hinzuziehen, wenn die Schadenshöhe unklar ist, der Unfallgegner Zweifel am Hergang äußert oder die Schadensregulierung auf juristische Hindernisse stößt. Bei Schäden in Ländern mit abweichenden Schadenersatzregeln ist professionelle Unterstützung sogar ratsam, um den Anspruch komplett und rechtssicher durchzusetzen. Tipp: Achten Sie bei der Wahl eines Anwalts darauf, dass dieser auf Verkehrsrecht mit Auslandsbezug spezialisiert ist, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden.

Wie lange dauert die Regulierung eines Auslandsunfalls üblicherweise und wie kann ich den Prozess beschleunigen?

Die Dauer der Regulierung eines Auslandsunfalls variiert stark, meist beträgt sie vier bis zwölf Wochen, kann aber durch klare Dokumentation und frühzeitige Kontaktaufnahme mit Versicherern und Behörden deutlich verkürzt werden. Eine zügige Schadenmeldung und transparente Kommunikation sind entscheidend, um Verzögerungen zu vermeiden.

Faktoren, die die Dauer der Schadensregulierung beeinflussen

Die Regulierung eines Auslandsunfalls hängt von mehreren Variablen ab. Zunächst spielt das Unfallland eine wichtige Rolle, da unterschiedliche Länder verschiedene rechtliche und bürokratische Anforderungen stellen. So kann die Schadenregulierung in der EU aufgrund harmonisierter Regelungen durchschnittlich schneller verlaufen als in Nicht-EU-Staaten, wo oft komplexere Prozeduren und Sprachbarrieren hinzukommen. Außerdem wirkt sich die Art und Schwere des Schadens auf die Bearbeitungszeit aus: Leichte Blechschäden sind häufig innerhalb weniger Wochen abgewickelt, während bei Personenschäden oder strittigen Haftungsfragen mehrere Monate oder sogar Jahre bis zu einer endgültigen Regulierung vergehen können. Verzögernd wirken ebenfalls fehlende oder unvollständige Unterlagen wie Fotos, Berichte oder Gutachten sowie Wartezeiten bei der Beantwortung von Anfragen durch Versicherungen oder Behörden.

Tipps für eine zügige Kommunikation mit Versicherern und Behörden

Eine strukturierte und schnelle Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Versicherer oder dem zentralen Schadenregulierer im Ausland (z. B. über den Zentralruf der Deutschen Autoversicherer) ist maßgeblich für einen beschleunigten Ablauf. Wichtig ist hierbei, den Schaden umgehend, idealerweise binnen 24 Stunden, zu melden und alle relevanten Dokumente vollständig bereitzustellen, darunter den Europäischen Unfallbericht, Fotos vom Unfallort und den beteiligten Fahrzeugen sowie eine Beschreibung des Hergangs. Tipp: Führen Sie alle Korrespondenzen schriftlich per E-Mail oder Fax, um Nachweise zu haben. Falls Sprachbarrieren bestehen, kann das Hinzuziehen eines Übersetzers oder eines im Ausland erfahrenen Verkehrsrechtlers sinnvoll sein. Das regelmäßige Nachfragen und die proaktive Klärung offener Fragen reduzieren den Bearbeitungszeitraum erheblich.

Praktische Beispiele aus verschiedenen Ländern als Vergleich

In Frankreich dauert die Regulierung eines durchschnittlichen Blechschadens oft nur vier bis sechs Wochen, da die Schadensabwicklung gesetzlich gut geregelt und häufig digital unterstützt wird. In Spanien kann der Prozess bis zu acht Wochen in Anspruch nehmen, besonders wenn der Unfallgegner keinen grünen Versicherungsausweis („grüne Karte“) vorlegen kann und zusätzliche Prüfungen erforderlich sind. Außerhalb Europas, beispielsweise in der Türkei, sind sechs bis zwölf Wochen keine Seltenheit, vor allem wegen bürokratischer Hürden und oft notwendigen Übersetzungen von Dokumenten. Bei schweren Unfällen in Italien oder Polen sind längere Wartezeiten von bis zu mehreren Monaten üblich, insbesondere wenn medizinische Gutachten oder gerichtliche Verfahren beteiligt sind. Diese Unterschiede zeigen, dass neben der individuellen Schadenssituation auch das lokale Recht und die regionale Schadenregulierung Europa-weit stark variieren.

Zusammenfassung: So gelingt die effektive Regulierung Ihres Auslandsunfalls ohne Stolpersteine

Die Regulierung eines Auslandsunfalls gelingt am besten durch schnelle Schadensmeldung, sorgfältige Dokumentation und die Nutzung grenzüberschreitender Kontaktstellen wie den Zentralruf der Autoversicherer. Mit der richtigen Vorbereitung vermeiden Sie bürokratische Fallen und sichern Ihre Ansprüche effizient.

Bei einem Unfall im Ausland ist die Schadenregulierung oft komplexer als im Inland, da neben deutschem Schadenersatzrecht auch ausländische Vorschriften involviert sein können. Entscheidend ist, zunächst den Schaden unverzüglich bei der eigenen Versicherung oder dem Zentralruf der Deutschen Autoversicherer unter 0800 25 02 600 zu melden. Diese zentrale Anlaufstelle hilft, den richtigen Regulierungsbeauftragten im Ausland zu identifizieren und leitet die Schadensregulierung ein. Ein häufiger Fehler ist das Unterlassen oder verspätete Melden, was die Durchsetzung von Ansprüchen erschwert. Ebenso wichtig ist das Erstellen eines Europäischen Unfallberichts vor Ort, der von den meisten Ländern anerkannt wird und eine standardisierte Dokumentation sicherstellt. Für die Schadenregulierung Europa gilt oft, dass deutsches Recht anwendbar ist, solange keine abweichenden Bestimmungen des Unfalllandes zwingend sind. Daher sollten Betroffene vorab prüfen, ob Besonderheiten wie unterschiedliche Haftungsregeln oder Fristen zu beachten sind.

Hinweis: Die sogenannte „Grüne Karte“ ist in vielen Staaten Europas obligatorisch, um Versicherungsschutz nachzuweisen. Fehlt diese, können Probleme bei der Schadensregulierung entstehen. Nutzen Sie daher immer die internationale Versicherungskarte und bewahren Sie alle relevanten Belege und Gutachten sorgfältig auf.

Ein praktisches Beispiel zeigt: Bei einem Unfall mit einem Mietwagen in Frankreich kann die Schadensmeldung über die eigene deutsche Versicherung und ergänzend über den Vermieter erfolgen. Die Frist zur Meldung beträgt meist wenige Tage, was im europäischen Ausland strikt eingehalten werden muss, um eine reibungslose Regulierung sicherzustellen. Deshalb empfiehlt es sich, Versicherungsbedingungen vor Reiseantritt genau zu studieren und im Zweifel fachkundigen Rat einzuholen.

Insgesamt steigert eine strukturierte Vorgehensweise durch rasche Reaktion, Compliance mit Formalitäten und professionelle Dokumentation die Erfolgsquote bei der Regulierung Auslandsunfall deutlich. Verlassen Sie sich nicht nur auf mündliche Zusagen, sondern sichern Sie Ihre Rechte schriftlich und nutzen Sie vorhandene Hilfestellungen wie Onlineportale oder internationale Schlichtungsstellen.

Weitere Informationen zur Schadenregulierung nach einem Unfall im Ausland finden Sie auf der offiziellen Seite des Zentralrufs der Deutschen Autoversicherer und beim EU-Informationsportal zur Grünen Karte.

Fazit

Die Regulierung Auslandsunfall im Verkehrsrecht erfordert eine sorgfältige Dokumentation des Unfallhergangs sowie das Verständnis der unterschiedlichen Rechtsgrundlagen im jeweiligen Land. Um einen reibungslosen Schadensausgleich zu gewährleisten, sollten Betroffene frühzeitig alle relevanten Beweismittel sichern und sich idealerweise an einen auf internationales Verkehrsrecht spezialisierten Anwalt wenden. So lassen sich langwierige Verfahren vermeiden und Ansprüche effektiv durchsetzen.

Wer sich systematisch an die Schritte von der Schadensmeldung bis zur Kommunikation mit ausländischen Versicherern hält, steigert seine Chancen auf eine faire Regulierung deutlich. Entscheidend ist, die Prozessschritte nicht zu unterschätzen und bei Unsicherheiten rechtliche Beratung einzuholen, um die persönlichen Rechte bestmöglich zu wahren.

Häufige Fragen

Was ist der erste Schritt bei der Regulierung eines Auslandsunfalls?

Unmittelbar nach dem Unfall sollten Sie den Unfall dokumentieren, die Polizei im Ausland kontaktieren und den Europäischen Unfallbericht ausfüllen. Danach informieren Sie Ihre Versicherung und den Zentralruf der Deutschen Autoversicherer für die Schadensregulierung.

Wer ist bei einem Auslandsunfall für die Schadensregulierung zuständig?

Die Regulierung erfolgt meist über den zuständigen Regulierungsbeauftragten, den Sie beim Zentralruf der Deutschen Autoversicherer (Tel. 0800 25 02 600) erfahren. Dabei gilt in der Regel das Recht des Unfalllandes.

Wie läuft die Schadensregulierung bei einem Auslandsunfall ab?

Die Schadensregulierung erfolgt nach dem ausländischen Recht. Melden Sie den Schaden umgehend Ihrer Versicherung mit allen Dokumenten. Je nach Unfallland kann es zu besonderen Formvorschriften kommen, die einzuhalten sind.

Was sollte ich nach einem Autounfall im Ausland beachten?

Bleiben Sie ruhig, sichern Sie die Unfallstelle, tauschen Sie Daten mit dem Unfallgegner aus und nutzen Sie den Europäischen Unfallbericht. Informieren Sie Ihre Versicherung schnellstmöglich und bewahren Sie alle Belege für die Schadenregulierung auf.

Beitrag teilen:
Verfasst von

Katharina Reinhold schreibt in der Redaktion über Rechtsthemen mit Bezug zu Arbeit und Sozialem. Ihr Anliegen ist es, komplexe Regelungen so aufzubereiten, dass Leserinnen und Leser ihre Situation besser einordnen können.

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.